Emergency Room - Der EVK Blog

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Der Befund der Woche: Pneumothorax

Erstmal Luft holen 

 

Vom ersten bis zum letzten Atemzug – unser ganzes Leben hängt davon ab, von der Atmung. Rund 20.000 Mal holen wir täglich Luft, dabei versorgt jeder Atemzug den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff.

In unserem Befund der Woche kam ein 74-jähriger Patienten mit Luftnot in die Notaufnahme. Im Routineröntgen zeigte sich ein großer Pneumothorax mit Verlagerung der großen, herznahen Gefäße und Teilen des Herzens zur Gegenseite.

 

Die Pfeile auf der Aufnahme 1 markieren den noch nicht kollabierten Anteil der Lunge.

 

 

 

Obwohl der Patient noch gut kompensiert war, bestand durch diesen Mechanismus akute Lebensgefahr, z. B. durch Abdrückung der großen Gefäße oder Herzrhythmusstörungen.

 

Mit Hilfe einer sofort eingeleiteten Thoraxdrainage, konnte der Lufteinschluss abgeleitet werden. Gut zu erkennen, die Drainagespitze (s. Pfeilspitze auf der Aufnahme 2).

 

 

Als Pneumothorax (griechisch pneumo für Luft und thorax für Brustkorb) bezeichnet man eine Ansammlung von Luft zwischen Lunge und Brustwand im sogenannten Pleuraspalt. Normalerweise herrscht in diesem sehr schmalen Raum ein Unterdruck, der die Lunge dabei unterstützt, dass sie im Brustkorb aufgespannt bleibt. Strömt nun Luft in den Pleuraraum, geht der Unterdruck verloren und die Lunge fällt aufgrund ihrer Eigenelastizität zusammen, sie kollabiert. Dadurch werden Gasaustausch und somit die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt.

 

Meist tritt ein Pneumothorax einseitig auf, da der rechte und linke Pleuraraum durch den Mittelfellraum voneinander getrennt sind.

 

Ursache ist häufig ein Einriss eines Lungenbläschens, beispielsweise durch ein Trauma, beim Lungenemphysem, aufgrund einer Bindegewebsschwäche oder bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen.

 

Früheste Anzeichen können plötzlich auftretender, atemabhängiger, stechender Schmerz in der Brust und zunehmende Luftnot sein. Ähnliche Symptome können allerdings zum Beispiel auch ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder ein geplatztes großes Gefäß (Aneurysma) verursachen.

 

In jedem Fall handelt es sich um eine Notfallsituation, die eine sofortige medizinische Behandlung benötigt.

 

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